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Runen sind die alten Schriftzeichen der germanischen Stämme, welche schon seit ihren Ursprüngen für magische Praktiken benutzt wurden. Man benutzte sie vom 2. bis zum 14. Jahrhundert nach Christus. Heutzutage sind sie in neuheidnischen Hexen- und Wiccakulten ein beliebtes Divinationsmittel und werden mit Vorliebe für Zaubersprüche und Hexereien verwendet. Ebenso fertigt man gerne Amulette, Talismane und Sigillen mit ihnen an.

Der Ursprung der RunenBearbeiten

Der Sage nach soll Odin das geheime Wissen der Runen empfangen haben, nachdem er neun Tage und neun Nächte an der Weltenesche Yggdrasil hing, mit einem Pfeil durchstoßen und auf einem Auge erblindet. Am Ende der neunten Nacht habe er dann das Geheimnis der Runen empfangen, welches ihm große Macht verlieh - Macht über das Schicksal und das Wirken der Welt.

Die Verwendung der RunenBearbeiten

Runen wurden oft für Zaubersprüche verwendet, welche in bestimmte Gegenstände eingeritzt wurden und so auf den Träger des Gegenstandes wirkten. Noch häufiger wahrsagte man aber mit ihnen, nach einem bestimmten Verfahren, das römische Geschichtsschreiber festhielten, welches aber verworren und widersprüchlich ist. Damals galten die Runen auch als heiliges, spirituelles Wissen: von jeder Rune konnte man etwas lernen.

Heutzutage ist vor allem das Runenorakel verbreitet, bei dem den einzelnen Runenzeichen jeweils unterschiedliche Bedeutung zugemessen wird. Im neuheidnischen Hexentum sind solche Runenorakel beliebte Divinationsmittel, da sie extrem einfach herzustellen sind. Für dieses Runenorakel wird ausschließlich das Ältere Futhark verwendet, welches aus 24 Runenstäben besteht. In der Geschichte der Runen existierten einige Runenalphabete, beispielsweise das Jüngere, Angelsächsische und Erweiterte Futhark. Der Name Futhark setzt sich aus den ersten 6 Buchstaben des Runenalphabets zusammen: Fehu, Uruz, Thurisaz, Ansuz, Raido und Kenaz.

Im Umgang mit den Runen sollte man immer respektvoll sein. Sie sind ein extrem altes Divinationsmittel und werden nicht als Partygeck benutzt.

Ein eigenes RunensetBearbeiten

Will eine Hexe sich ein eigenes Runenset anfertigen, sucht sie sich zunächst einen Baum aus, von dem sie das Holz dazu nehmen will. Besonders zur Runendivination geeignete Bäume sind Buche, Weide und Esche. Entweder, man wartet, bis man einen geeigneten Ast in der Natur findet, oder man bittet den Baum darum, sich einen lebenden Ast abschneiden zu dürfen. In jedem Fall sollte man den Baum vorher fragen: lehnt er ab, fügt man sich. Schneidet man sich dann einen Ast ab, hinterlässt man immer ein Geschenk für den Baum, der einem "von seinem eigenen Fleisch gab". Ebenfalls ist es oft Brauch, die Schnittstelle mit Spucke zu bestreichen und ein grünes Licht zu visualisieren, damit der Baum schneller heilen möge.

Nachdem das Holz durchgetrocknet ist, schneidet man es in kleine Scheibchen und ritzt die Runenzeichen ein. Dann weiht man jedes Stück der Rune, die man darauf eingeritzt hat. Zum Abschluss wird das Holzstück mit Schleifpapier bearbeitet und mit einem Holzöl oder -wachs bestrichen. Weiterhin kann man seine Runen auch mit Schwarzem Tee oder Holunderbeersaft färben. Natürlich kann man seine Runenzeichen auch aufmalen. Wer kein Holz benutzen will, kann stattdessen Ton, Stein, Muscheln oder Pappe verwenden. Ebenso ist es möglich, 24 Zweige abzuschneiden und auf jeden eine Rune zu ritzen/malen (anstatt aus einem dicken Ast Scheiben zu schneiden).

Im Anschluss werden die Runen als Divinationsmittel geweiht und in einen schönen Beutel getan.