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Der moderne Hexenkult entstand in der Neuzeit ab 1951 in Großbritannien. In diesem Jahr wurde das Anti-Hexerei-Gesetz außer Kraft gesetzt, welches bis dato jegliche Hexerei gesetzlich unter Strafe verbot. Dies hatte zur Folge, dass viele Hexen-Religionen, Hexenzeitschriften und Hexenbücher entstanden. Dabei blieb jedoch das Wissen und die Ritualpraxis noch bei den “Eingeweihten”.

Drei Jahre später veröffentlichte Gerald Gardner, der Begründer des Wicca, sein extrem berühmtes Buch "Witchcraft Today", welches zum ersten Mal Einblick in die Praktiken der "wica [sic]" gab. Damals konnte er noch nicht aus dem Nähkästchen plaudern, daher versteckte er viele Wicca-Praktiken in seinem als Fiktion getarten Roman "High Magick's Aid". Er initiierte tausende in seinen neuen Kult, der sich vom Gardnerian zum Alexandrian, AlGard, Seax und Dianic Wicca entwickelte.

Heutzutage gibt es unzählige Wicca-Strömungen und noch mehr Covens. Es besteht oft das Missverständnis, Wicca wäre eine jahrtausendealte Religion und habe aus den Alten Zeiten überdauert. Das ist falsch: Wicca ist eine "Erfindung" des Freimaurers Gardner, der im Ruf steht, sich vieles seiner Tradition erlogen zu haben. Wicca ist eine extrem junge Religion und hat nichts mit der Magie des Mittelalters, der Antike oder der Vorantike gemein.

Mittlerweile ist auch das "Solitary Wicca" anerkannt. Der Begründer des Solitary Wicca war Scott Cunningham, der überzeugt war, dass Wicca keine Initiation in einen Coven brauche. Dem beliebten Satz "Nur eine Hexe kann dich zur Hexe machen" setzte er entgegen "Nur die Götter können dich zu einer Hexe machen". Obwohl diese Form von Wicca von nahezu allen traditionellen Wicca-Covens abgelehnt wird, erfreut sich dieser Zweig der Hexenkunst rasender Beliebtheit.

Am weitesten verbreitet ist das Freifliegende Hexentum. Dieses ist einzig und allein dadurch definziert, dass Hexerei und Magie im Spiel ist. Die Praktiken der Freifliegenden Hexen sind grenzenlos und keinen strengen Regeln unterlegen wie im Wicca. Darunter fallen die meisten alleinagierenden Hexen, ebenso wie Erbhexen, HedgeWitches und Freifliegende Hexen, die sich in einem Zirkel zusammenfinden. Strömungen wie Chaoshexen sprechen sich sogar von allen Regeln frei. Obwohl das Freifliegende Hexentum von einigen Wiccans belächelt wird, ist dies die mit Abstand älteste Hexenkunst. Das liegt daran, dass die Magier und Hexen früherer Zeit nur wenig hatten (schon gar keine Ritualschwerter, tausend bunte Kerzen oder rubinbesetzte Kristallzauberstäbe!) und mit dem zaubern mussten, was sie hatten: Kochtopf (Kessel), Trinkschale (Kelch), einem Stück Holz aus dem Garten (Zauberstab) und vielleicht mal dem guten Küchenmesser (Athame). Ebenso trafen sie sich nicht in Zirkeln, um gemeinsam einen Magischen Kreis zu ziehen und antike, fremde Göttinnen anzurufen: sie arbeiteten ohne Kreis, mit simpelster Sympathiemagie und riefen entweder den christlichen Gott, Heilige oder die lokalen heidnischen Gottheiten an.

1987 veröffentlichte die Journalistin Gisela Graichen ihr Buch über Hexerei, indem sie diese neuheidnische Praktik beschreibt und auch moderne Hexen interviewt, was ebenfalls zur Popularität der Religion beitrug. Die ersten Hexenbewegungen in Deutschland entstanden in den 80er-Jahren, die ökologische, feministische, naturreligiöse und okkult-magische Anliegen vertraten. In den 90er Jahren erlebte die Hexerei eine neue Konjunktur. Es kam zu einer erhöhten Popularität durch die Sehnsucht nach individuumsorientierten erlebnisintensiven und naturnahen Religion. Das Wissen um "die Mysterien" und die Praxis der Rituale sind heutzutage nicht mehr geheim, da es durch Bücher und Internet weit verbreitet wurde. Dies störte zuerst viele Wiccans, da Wicca eine Mysterienreligion ist und "nichts für die Masse" sei. Dem entgegengesetzt gibt es auch viele laustarke Beführworter, die es begrüßen, dass Hexerei und Wicca nun den Massen zugänglich gemacht wurden, da der Mensch von heute sich mehr damit auseinandersetzen kann und so seine Toleranz für Hexerei steigert.

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