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"Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen" (Mose 22,17)

so steht es angeblich in der Bibel. Übersetzt man den Text jedoch richtig, heißt es:

"Die Giftmörder sollst du nicht am Leben lassen"

Basierend auf diesem Übersetzungsfehler begründetet die Kirche
die heilige, von Gott gewollte, Inquisition.

Beginn der Hexenverfolgung und InquisitionBearbeiten

Im Mittelalter wurden tausende Menschen Opfer der "heiligen" Inquisition der Kirche. Diese begann bereits im 13. Jahrhundert und sollte bis zum 18. Jahrhundert andauern. Ausgehend von der römisch-katholischen Kirche verschrieb sie sich der Ausmerzung von Ketzern, also Ungläubigen. Am ehesten verknüpft man sie mit der Hexenverbrennung. Man zwang die Ketzer durch Folter zu einem Geständnis und tötete sie dann.

Die Hexenverfolgungen hatten ihren Anfang keineswegs erst mit der Inquisition: vielmehr sind sie ein Phänomen, das überall auf der Welt zu unterschiedlichen Zeiten auftrat. Selbst heute finden in Afrika, Südostasien und Südamerika noch Hexenverfolgungen statt. Schon die frühen Germanen wussten um Schadenszauber und töteten auf Verdacht hin Hexen. Im frühen Mittelalter gab es jedoch noch keine Hexenverfolgungen. Erst mit Aufkommen der Inquisition mehrten sich auch die Hexenverfolgungen. Dabei standen aber nie die Hexen selbst im Vordergrund: Vorrang hatten Häretiker. Zu Anfang lag es der Inquisition eher daran, die Menschen zu bekehren als sie zu töten. 

Die eigentliche Hexenverfolgung hatte ihren Anfang erst 1484, als Papst Innozenz die Hexenbulle erließ, welche 1487 vom Hexenhammer der Mönche Kramer und Sprenger abgelöst wurde. Damals litt die Bevölkerung unter der Pest und ständiger Hungersnot. Da sich der Mensch in der Not Sündenböcke schafft, hieß es bald, die schrecklichen Lebensumstände müssten ihren Ursprung in der Zauberei haben. Durch Massenpanik und Hysterie verbreitete sich diese Praktik alsbald. Tatsächlich zeigte man solche Hexen jedoch nicht an, weil man sie tatsächlich für Hexen hielt, sondern weil man so auf elegante Weise ungeliebte Nachbarn loswerden konnte oder Menschen, mit denen man Streitigkeiten hatte. In den meisten Fällen wurden der Besitz und die Ländereien der verurteilten Hexe dem Ankläger zugesprochen, weshalb viele Kläger auch finanziell motiviert waren. 

Entgegen der neuzeitlichen Verklärung waren jene Hexen nicht nur ganz gewöhnliche und unbescholtene Bürger, sondern auch ausgesprochen christlich.  Kräuterwissen war damals den meisten Menschen zugänglich, da man sie die teure Medizin des Arztes selten leisten konnte. Weiterhin waren die Opfer der Hexenverbrennungen bei Weitem nicht nur Frauen, sondern auch Männer, Kinder und Tiere - im Prinzip: alles und jeder.

Denunziation der Frau, Folterpraktiken und Tötungsarten der InquisitionBearbeiten

In dieser Epoche wurde das Bild der Frau denunziert wie selten in der Geschichte. Dies ging so weit, dass Frauen - nicht wie Männer - erst am Sterbebett ihre Taufe erhielten (anstatt direkt nach der Geburt). Danach ließ man sie verhungern, um sicher zu gehen, dass sie sich nicht wieder erholten und sich doch noch versündigen konnten. Die Folge der Unterdrückung und Unterwerfung waren Frauenscharen, die hinter Klostermauern Schutz suchten. Sekten hatten zu dieser Zeit Hochkonjunktur. Die Kirche machte sich attraktiver, indem sie Frauenklöster zuließ. In diesen Klöstern waren Frauen vor gröberen Anfeindungen geschützt und konnten sich weiterbilden, da Universitäten den Frauen bis ins 20. Jahrhundert in Deutschland verwehrt bleiben würden. Der Klosterzulauf war so rege, dass ab dem 12. Jhd. nur noch höher gestellte Frauen aufgenommen wurden. Mangelhafter Kirchenbesuch erweckte schnell den Anschein, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, ebenso wie übertriebener Besuch. Gab man unter Folter zu eine Hexe zu sein, wurde man verbrannt; leugnete man es, wurde man erst recht verbrannt, da nach Auffassung der Gelehrten ein normaler Mensch ohne die Hilfe des Teufels so einer Folter nicht standhalten konnte. In England war die Folter nie offiziell erlaubt, aber auch dort fand man Mittel und Wege. Die vermeintlichen Hexen ließ man halb verhungern oder tagelang nicht schlafen, bis sie geständig waren. Wer sich für eine unter Verdacht stehende Hexe einsetzte, wurde selber angeklagt. Auch viele alte Menschen, die "unbequem" wurden, waren ein leichtes Opfer für die Inquisition. Oft reichte es auch aus ein Muttermal zu haben, dieses wurde als Teufelsmahl gedeutet. Hatte eine angeklagte Person kein Muttermal, glaubte man sogar, Hexen hätten die Macht, es unsichtbar zu machen. Man nahm an, Hexen seien schwerelos (wg. ihrer nächtlichen Flüge) und so stellte man vermeintliche Hexen auf speziell präparierte Waagen, um sie so zu überführen. Zu dem gab es noch die so genannte "Wasserprobe": Man band Hände und Füße einer vermeintlichen Hexe zusammen und ließ sie ins Wasser hängen. So geknebelt ertranken die meisten Opfer ganz dicht unter der Wasseroberfläche. Die Ertrunkenen galten danach als unschuldig (sie waren zwar unschuldig getötet worden, aber die Kirche sah das nicht als Sünde, da ihr Opfer nun ja bei Gott war...) Unschuldig deshalb, denn seit der Taufe durch Johannes war die Kirche der Auffassung, dass Wasser rein sei und nie so etwas so Gottloses wie eine Hexe in sich aufnehmen würde. Überlebte mann die Tortur, fand man seinen Tod danach am Scheiterhaufen.


Die Richter der Inquisition genossen hohes Ansehen und einen beträchtlichen Lohn. Im Zuge der Hexenverfolgungen wurde auch eine große Zahl an Hebammen verurteilt: einerseits, weil man sie für etwaige Fehlgeburten oder Behinderungen eines Kindes verantwortlich machte; andererseits, weil sie den gehobenen Ärzten ein Dorn im Auge waren, da deren kostspielige Dienste selten genutzt wurden. In den meisten Fällen wurden die Hexen erst erhängt und dann verbrannt (anstatt sie lebend zu verbrennen). Den damaligen Menschen kam eine Verbrennung als so unsäglich schrecklich vor, dass sie es schon als grausam genug empfanden, den toten Körper zu verbrennen - dadurch sollte der Hexe ein christliches Begräbnis verwehrt bleiben. In England hingegen wurden sie begraben: Eine Hand, ein Fuß und das Kinn ragten dabei aus der Erde.

Höhepunkt und Ende der HexenverfolgungBearbeiten

Ihren Höhepunkt fand die Hexenverfolgung von 1550 bis 1650. 1792 fand in Deutschland der letzte Hexenprozess statt. Heutzutage kursieren viele Mythen über die "brennenden Zeiten". Gerne wird davon gesprochen, dass 9 Millionen Frauen in dieser Zeit ihren Tod fanden. Das ist keinstenfalls korrekt: obwohl man nur schätzen kann, liegt die eigentliche Zahl näher an . Ebenfalls war die Inquisition keinstenfalls eine organisierte Unterdrückung der Alten Religion: das ist ein Irrglaube, der im späten 19. und 20. Jahrhundert aufkam und von feministischen und neuheidnischen Strömungen in den 70ern aufgegriffen wurde. 

1792 wurde in Europa die letzte Hexe in Polen hingerichtet.

Bis heute hat sich die Kirche nie wirklich für die Gräueltaten der Inquisition öffentlich entschuldigt. Das liegt daran, dass man bis zur Moderne fest daran glaubte, der Papst als Stellvertreter Gottes sei unfehlbar, daher müsse alles, was unter seinem Befehl geschehe, göttlicher Wille sein. Den Papst anzuzweifeln, war schlimmste Ketzerei. 

Noch heute finden Hexenverfolgungen in Afrika, Südostasien und Südamerika statt. Dort ist der Glaube an Magie, Schadenszauber und Flüche immer noch extrem ausgeprägt. Nach dortigem Glauben ist jede Krankheit der Fluch einer Hexe und kann nur durch einen Heiler, Schamanen oder Zauberdoktor geheilt werden. Deshalb werden auch heute noch unschuldige Menschen als Hexen verbrannt - meist solche, mit denen die Ankläger eine persönliche Fehde auszutragen haben.