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Als Hexenkräuter werden Kräuter bezeichnet, von denen es in früheren Zeiten hieß, dass sie Inhaltsstoff der sagenumwobenen Hexen- oder Flugsalben wären.
Die meisten dieser Kräuter waren allerdings keineswegs Kräuter, die nur Hexen verwendeten: vielmehr waren sie damals häufige Zutaten in ärztlichen Heilsalben, bis auf den Nachtschatten, dessen Sammeln unter Strafe stand.

Weiterhin ist die Pflanzengattung der circaea als Gattung der Hexenkräuter bekannt, die zur Familie der Nachtkerzengewächse gehören. Benannt wurden die circaea nach der griechischen Göttin und Hexe Circe, die berüchtigt für ihr Kräuterwissen war. Die Hexenkräuter erhielten ihren Namen daher, dass man dachte, mit diesem Kraut habe Circe Odysseus' Gefährten verzaubert. Die als Enchanter's Nightshade bekannten circaea bewirken nämlich durch seine reizhemmenden Eigenschaften Halluzinationen, Amnesie und Wahnvorstellungen; daher wird angenommen, dass es sich bei der Verwandlung in Schweine ursprünglich um eine Metapher gehandelt hat und lediglich im Kopf der Personen stattfand.
Odysseus kann sich allein mit dem Kraut Moly retten, dass ihm Hermes geschenkt hat. Heutzutage wird angenommen, dass damit das Schneeglöckchen gemeint war. Interessanterweise enthält dieses ein Gegenmittel, dass die Halluzinogene der circaea aufhebt.
Es gibt jedoch noch viel mehr Hexenkräuter.

Bekannte HexenkräuterBearbeiten

  • Die Alraune (mandragora officinarum) ist eine extrem giftige Pflanze, deren Wurzel besonders bekannt ist: durch ihre knotige, knollige Form ähnelt sie in der Form einem menschlichen Kind. Tatsächlich wurden für die Hexensalben allerdings mit Vorliebe Beeren und Blätter der Pflanze verwendet, die bewusstseinserweiternd wirken.
  • Das Schwarze Bilsenkraut (hyoscyamus niger) ist auch als "schwarzer Wahnsinn" bekannt, da es extrem halluzinogen wirkt. Es wirkt entkrampfend, schmerzmildernd und hypnotisch.
  • Eisenhut-Arten (aconitum) waren schon in der Antike als besonders starkes Gift bekannt. Der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze ganz Europas. Allein die Berührung des Krautes lähmt die Atmung. Früher gab man den zum Tode Verurteilten die Knolle des Eisenhuts zu Essen.
  • Der Fingerhut (digitalis) ist eine extrem giftige Pflanze. Aus ihr wird der Wirkstoff Digitalis gewonnen, der in winzigen Dosen bei Herzkrankheiten eingesetzt wird.
  • Der Fliegenpilz (amanita muscaria) ist zwar immer wieder das Posterbeispiel für Giftpflanzen, wirkt jedoch entgegen landläufiger Meinung nur in sehr hohen Dosen tödlich. Nichtsdestotrotz gilt er als extrem magisch und wurde liebendgern zur Hexerei verwendet. Es heißt, dass Hexen vor ihrem Flug zum Sabbat oder um hellsichtig zu werden einen Tee aus Fliegenpilzen kochten und tranken.
  • Die bereits oben erwähnte Gattung der Hexenkräuter (circaea) trägt ihren Namen zu Recht, denn auch sie sorgt für Wahnvorstellungen und "Hexenflüge", was sie für eine Verwendung in Hexensalben prädestiniert.
  • Der bittersüße Nachtschatten (solanum dulcamara) besitzt eine stark narkotische Wirkung und gehört zur Familie der sowieso schon giftigen Nachtschattengewächse.
  • Die Nieswurz (helleborum niger) ist eine giftige Substanz, die als Rauch Unruhe und Panik verursacht. Es heißt, dass Magier gerne Nieswurz unter den Kirchenweihrauch mischten, um sich dann anzusehen, wie die Gemeinde immer unruhiger und gewaltbereiter wurde. Sie fand oft Verwendung in Flugsalben. Auf den Boden gestreut, sollte sie einen Menschen unsichtbar machen können. Mit ihr kann man exorzieren und böse Geister bannen.
  • Der Gefleckte Schierling (conium maculatum) ist extrem giftig, bereits ein halbes Gramm kann tödlich wirken. Es ist heute besonders als Giftpflanze bekannt, da der berühmte Philosoph Sokrates durch den (genauso berühmten) Schierlingsbecher hingerichtet wurde.
  • Der Schlafmohn (papaver somniferum) enthält stark betäubende Stoffe, daunter Morphin, weshalb er gerne Anwendung in Hexensalben fand.
  • Schöllkraut (chelidonium majus) ist extrem giftig und führt zu Nervenlähmungen. Weiterhin ist es aber auch ein gutes Warzenmittel.
  • Seidelbast (daphne mezereum) ist hochgiftig und heutzutage so selten, dass sie unter Naturschutz steht. Im Mittelalter nahm man es als Abführmittel.
  • Der Stechapfel (datura stramonium) ist eine berühmt-berüchtigte Giftpflanze, die heutzutage als Hexenkraut gilt und angeblich oft in den Hexensalben verwendet wurde. Er stammt aus der giftigen Familie der Nachtschattengewächse. In den mittelalterlichen Salben wurde er trotzdem nicht verwendet, da er nachweislich erst im 17. Jahrhundert nach Europa kam.
  • Die Tollkirsche (atropa belladonna) wurde auch Teufelskirsche genannt und eng mit Dämonen und Dämonenaustreibung verbunden. Sie wirkt stark halluzinogen und schmerzlindernd. Es heißt, man habe den Hexen auf dem Scheiterhaufen heimlich die Tollkirsche zugesteckt, um ihre Qualen zu lindern. Ebenfalls verwendete man sie bei Entbindungen. In stark verdünnter Form wirkt sie als Aphrodisiakum, weshalb sie ein wichtiger Bestandteil von Liebestränken und Hexensalben war.
  • Die Mistel (auch: Donnerbesen, Druidenfuß, Hexenbesen, Hexenkraut, Wintergrün, Bocksbutter, Albranken, Vogelkraut oder Kreuzholz genannt) wurde von den Druiden für Tränke benutzt, aber höchst warscheinlich nicht wie die Römer dachten, zur Fruchtbarkeits Steigerung, sondern eher zur Abtreibung etc. Welches auch den Brauch des Küssens unter dem Mistelzweig erklären könnte da das Wissen um Abtreibungsmaßnahmen evtl mit einem Mistelzweig in der Tür signalisiert wurde. (Plinius beschreibt, dass die Misteln in einer besonderen Zeremonie von einem weiß gekleideten Druiden mit einer goldenen Sichel geschnitten wurden und dann in einen Trank gegeben wurden, der unfruchtbare Tiere fruchtbar machen und Vergiftungen heilen sollte.)

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