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Geschichte der FlugsalbeBearbeiten

Flugsalben nannte man Salben, die den Hexen angeblich dabei halfen, nachts über das Land zu ihren Sabbatplätzen zu fliegen (mit Besen oder ohne), um dort ihre Orgien zu feiern und Unheil anzurichten. Die Idee der Flugsalben kam in der Frührenaissance auf; jedoch ist schon im 16. Jahrhundert umstritten, ob es sie wirklich jemals gab bzw. ob jene Hexen sie benutzten.
Heutzutage glaubt man, dass in diesen Hexensalben hochgradig halluzinogen wirkende Stoffe enthalten waren, die dem Anwender das Gefühl gaben, den Körper zu verlassen.
Der erste Bericht einer solchen Hexensalbe stammt von Apuleius' Der goldene Esel, in dem die Hexe Pamphile sich mit einer Hexensalbe einreibt, um sich in einen Uhu zu verwandeln.
Es wurden bis zu 60 Rezepte aus der damaligen Zeit überliefert, jedoch probierte diese niemand im Selbstversuch aus, vor allem, weil die Mixturen extrem giftig sind (die Dosis, ab der die Pflanzen halluzinogen wirken, liegt nahe an der tödlichen Dosis). Ebenso sollte man bedenken, dass die meisten dieser Rezepte unter schlimmster Folter erzwungen wurden, daher kann man in den meisten Fällen nicht von der Echtheit dieser Salben ausgehen.

Zutaten der FlugsalbenBearbeiten

Viele dieser Salbenrezepte enthielten auch grauenerregende Zutaten wie z.B. ein ungetaufter Knabe, der vorher in einem Kupferkessel gekocht werden müsse! Solche Rezepte probiert man dann natürlich nicht aus. Die meisten Zutaten der Flugsalben bestanden aus den Hexenkräutern.
Ein berühmtes Rezept (das ohne solche Grässlichkeiten auskommt) stammt von Johannes Hartlieb, laut dem eine Hexensalbe aus Eisenkraut, Mondraute, Einjährigem Bingelkraut, Donnerbart, Alraune, Frauenhaarfarn, Johanniskraut, Vogelblut und Tierschmalz bestünde.
Auch Heinrich Kramer, einer der Autoren des Malleus Maleficarum, hinterließ der Nachwelt ein Rezept: laut ihm bestünde die Salbe der Hexen aus den Extremitäten von Kindern!

Einige dieser ekelerregenden Zutaten entstanden auch als fehlerhafter Übersetzung: z.B. Flügel einer kleinen Eule -> auf Englisch: howlet´s wing = umgangssprachliche Bezeichnung für das Bilsenkraut. Bsp. 2: Rattenblut -> englisch: slips of yew = umgangssprachliche Bez. für Sprösslinge der Eibe Bsp. 3: Wolfszahn und Ruß sind die Volksbezeichnungen für Mutterkorn...

Diese Missverständnisse führen auch daher, dass die Menschen ihre Rezepte aus Angst vor der Inquisition "verschlüsselt" haben. Die einzigen "ekligen" Zutaten, die tatsächlich in den Hexensalben vermutet werden, sind Menschenfett (zieht von allen Fetten am Schnellsten in die Haut ein und war dank der Inquisition für alle Menschen sehr leicht zugänglich), Mumienpulver und Exkremente (egal ob von Tieren oder Menschen). Danals waren das gängige Zutaten für die Medizin der Zeit. Heutige Hexensalben verwenden tierische oder pflanzliche Fette.

KontroverseBearbeiten

Heutzutage sind Flugsalben extrem umstritten und werden kaum noch angewendet. Das ist einerseits so, weil die meisten Rezepte schreckliche Zutaten haben und sowieso unter Folter erzwungen wurden, und andererseits, weil es auch wunderbar ohne geht. Wer trotzdem gerne eine Flugsalbe anwenden will, braucht sich keine Sorgen zu machen: Die meisten tatsächlich angewandten Flugsalben sind ungiftig und vollkommen harmlos.
Bevor man aber die "traditionellen" Flugsalben verteufelt, sollte man wissen, dass im Mittelalter und der Renaissance auch normale Wundsalben giftige und halluzinogen wirkende Kräuter wie den gefleckten Schierling enthielten, um den Schmerz zu stillen, der von der Wunde ausging.

Rezept für eine ungefährliche FlugsalbeBearbeiten

Für alle Hexlein, die gerne mal selbst eine (natürlich ungefährliche) Flugsalbe ausprobieren möchten: hier und hier finden sich Anleitungen für eine Salbe und eine Creme.
Mit solchen Salben kann man Astral- und Schamanische Reisen erleichtern und seine divinatorischen und intuitiven Fähigkeiten kurzfristig steigern.


Ein Rezept von Ute York:Bearbeiten

Zutaten:Bearbeiten

5 Teile Beifuß
2 Teile Petersilie
1 Teil Katzenminze
1 Teil Knabenkraut
3 Tropfen Jasminöl
1 Prise Baldrianwurzel
Die Kräuter in einem Mörser zerstoßen und mit geruchsloser, fettfreier Körperlotion mischen. Den ganzen Körper damit einreiben (alternativ Pulspunkte, Schläfen, Achselhöhlen, Ellenbogeninnenseiten und Innenseiten der Oberschenkel) und sich in ein warmes Eckchen legen.
Kleine Mengen genügen, damit die Salbe wirkt!

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