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Elfen Bearbeiten

Sie sind Zwischenwesen zwischen Göttern und Menschen, deren Name sich bei den genannten Völkern, wenn auch mit einzelnen Abweichungen der Form, doch im Wesentlichen gleichlautend findet. Altnordisch heißen sie „Alfar“, angelsächsisch „Aelf“, dänisch „Elve“, deutsch eigentlich „Elbe“; die jetzt im Hochdeutsch einzig übliche Form Elfen ist, nachdem die deutschen Elben aus der Kunde der gebildeten Welt verschwunden waren, durch Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts aus England bei uns hier eingebürgert worden. Was die Wurzel des Wortes ursprünglich bedeutet habe, ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln; indessen scheinen der Name der schneebedeckten Alpen, der klaren Elbe, das schwedische Wort „Elf“ für Fluss, das mittelhochdeutsche „Elbez“ für Schwan, endlich das lateinische „albus“, weiß, darauf zu deuten, dass die Grundvorstellung Licht und Klarheit war. Ist aber diese Ableitung richtig, so muss auch angenommen werden, dass der Name „Elfen“ ursprünglich nur der einen, dem Lichte zugekehrten, Klasse dieser Wesen angehörte, und auf die anderen, die Sie sogleich kennen lernen werden, nur um gewisser gemeinsamer Merkmale willen übertragen wurde. Die Edda lehrt nämlich drei Klassen von Elfen: die Lichtelfen, die Dunkelelfen und die Schwarzelfen, wovon die ersten Bewohner der reinen Lichtregion, die zweiten Bewohner irdischer Bergklüfte und Höhlen, die dritten Bewohner der Unterwelt sind. Allein die Annahme dieser dreifachen Gliederung scheint sich frühzeitig wieder verloren zu haben und in einen Dualismus übergegangen zu sein, daher Snorre Struleson (+ 1241) sagt: „In Alfheim wohnt das Volk der Lichtelfen, unten in der Erde die Dunkelelfen, beide einander unähnlich in Aussehen und Kräften, jene leuchtender als die Sonne, diese schwärzer als Pech.“ die nunmehr in Eins zusammengeworfenen Dunkel- und Schwarzelfen stellt er sodann auch den Zwergen vollkommen gleich, und gibt ihrem Wohnort den Namen Svart- Alfheim (Schwarz-Alfheim). – Die Lichte, sind heitere, fröhliche Geschöpfe, bald sichtbar, bald unsichtbar; sie machen sich gern mit den Menschen und Göttern zu schaffen, erfreuen durch ihre schöne Gestalt und Gutmütigkeit, während die Schwarze, das Licht fliehend, nur während der Nacht aus ihren finsteren Wohnungen hervorkommen, und, falls sie die Sonne noch auf der Erde überrascht, versteinert werden durch den Strahl, der sie trifft. Diese sind gewöhnlich auf das Possierlichste missgestaltet, haben ungeheure Nasen und Bäuche, spindeldürre Beine, kahle oder gehörnte, struppige Köpfe; bei alledem sind sie gewandt, geschickt, nicht nur kundig aller Zauberkräfte, sonder vermögen auch mit einer seltenen Kunstfertigkeit Metallarbeiten zu machen, die der trefflichste Künstler vergeblich zu machen sich bemühen würde; allein immer ist irgend ein Fluch an dieselben gebunden. Die Wohnung dieser Elfen ist immer in tiefer Finsternis, doch wissen sie diese durch das Licht der Edelsteine und edlen Metallen auf das Glänzendste zu erhellen, sogar wahre Prachtpaläste aus den unerschöpflichen Schätzen des Erdenschoßes zu erbauen. Einige wohnen in Steinen, andere in der Erde, noch andere im Meer; sie rauben gerne ungetaufte Christenkinder, erziehen diese nach ihrer Weise in ihren Erd- und Felshäusern und schieben an die Stelle der geraubten ihre eigenen hässlichen Wechselbälge unter, welche man nur dadurch los werden kann, dass man ihre Fußsohlen mit Fett bestreicht und sie am Feuer bratet; auf ihr Geschrei kommen die Elfen herzu und bringen das geraubte Kind zurück, um das eigene von den Martern zu befreien. – Ganz anders ist es mit den Lichten: Recht und Billigkeit sind diesen heilig und sie schaden ungereizt den Menschen nie, selbst beleidigt, rächen sie sich nur durch Neckereien. Sie finden vorzügliches Wohlgefallen an dem Umgang mit Christen; da sie selbst menschlich gestaltet und überaus schön sind, so findet es sich nicht selten, dass sie sich mit den Menschen liebend verbinden; folgen solchem Umgang Kinder, so müssen diese ganz im heiligen Taufwasser gebadet werden, was die Elliser (Elfenmädchen) ausdrücklich von ihren Liebhabern verlangen, weil sie sonst keine sterbliche Seele bekommen. Bei heiterer Luft kommen sie gerne hervor und baden sich im Sonnenschein, doch die eigentliche Zeit ihres Erscheinens ist nach Sonnenuntergang, besonders in heiteren, Sommerlauen Mondnächten; dann tauchen sie oft in ganzen fröhlichen Scharen auf, um ihren Freuden nachzuhängen und jede ausgelassene Lust sich zu erlauben. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist der Tanz; mit diesem bringen sie ganze Nächte zu und wo auf einer Wiese ein Kreis von Elfen sich gedreht hat, da wächst das Gras grüner, frischer und üppiger hervor. Wenn Sie zur Nachtzeit bei Vollmondschein in einen solchen Kreis tritt, so sehen Sie die Elfen um Sie her tanzen und Sie werden dann gewöhnlich für den Frevel tüchtig geneckt. Die Elfenmädchen tragen leichte Kappen, welche sie unsichtbar machen; vermögen Sie Sich eine solche zu verschaffen, so sehen Sie auch ihre Tänze. Sie denken Sich nun die Elfen zum Teil nur einen Zoll hoch und so leicht und zierlich, dass, wenn sie auf einen Tautropfen treten, dieser zwar leise erzittert, doch nicht auseinander fließt; dagegen können sie jede beliebige Größe und Gestalt annehmen, sind bald hässlich, bald schön, wie es ihrem Zwecke im Augenblick am angemessensten ist; nach anderen Sagen haben sie zwar menschliche Form und Größe, doch sind sie so überirdisch schön, dass nichts sich mit ihren blühenden Reizen vergleichen lässt; wieder andere beschreiben sie als schöne Mädchen und Jünglinge von den vollendetsten Formen, doch hohl und unkörperlich, weswegen sie sich nur von vorne zeigen, indem ihr Rücken leer und vertieft ist. Die Schotten und Iren stehen zum Teil noch in dem Glauben, dass ihr Land vorzüglich von Elfen besucht und geliebt sei, weshalb man dort die heitersten und anmutigsten Sagen von ihnen findet, auch die Leute, wenn sie irgendwo auf einer Landstraße einen Staubwirbel aufsteigen sehen, sind der Meinung, dort zögen die Elfen einher, ihre Wohnungen verändernd, sich ehrerbietig vor ihnen neigen und sie grüßen. Gewöhnlich erscheinen sie von einem Silberglänzenden Duft umhüllt, durch welche ihre zarten Formen nur wie die Umrisse eines lieblichen Gemäldes durchschimmern; die Kopfbedeckungen der Männer ist eine Blüte des Fingerhutes, derer Farbe dann meistenteils eine gewisse Partei andeutet, zu welcher sie gehören. Sie unterrichten nicht selten die Menschen in ihren geheimen Zauberkünsten und obwohl sie denselben nur einen höchst geringen Teil ihres Wissens geben, so werden die so Eingeweihten doch übermächtig und furchtbar, denn auch der geringste Teil ihrer unbegrenzten Kunst wirkt schon ganz außerordentliche Dinge. Die Musik wird von ihnen über alles geliebt und obwohl die Elfenmusik einfach ist, übt sie doch auf den Menschen die überraschendste Wirkungen aus: Das Elfenkönigsstück zwingt jeden Zuhörer, selbst zuletzt Tische und Stühle, zu einem Tanze, der so lange dauert, als die Musik erklingt; aber der Spielende kann nicht aufhören zu spielen, denn der Arm, welcher geigt, ist gleichfalls verzaubert; er müsste unaufgefordert jemand kommen, der dem Spielmann von hinten über die Schulter die Saiten der Geige zerschneidet. In dem Gedanken, dass die Elfen vom Himmel verstoßene Engel seien, die nicht bis zur Hölle gesunken sind, liegt die größte Ähnlichkeit zwischen ihnen und den Peris der Perser; diese nämlich sind auch so anmutige, überirdische Wesen, des Himmels verlustig, doch der Hölle noch nicht verfallen. Die Elfen drücken häufig durch einen lieblichen Gesang Hoffnung auf einstige Erlösung aus; dieser Gesang verwandelt sich sogleich in tiefes Weinen und Wehklagen, wenn jemand so grausam ist, diese Hoffnungen zu stören. – Ihrer viele wohnen in dem Lange der Jugend, unter dem Meere, in wahren Hesperidengärten, wo niemand altert, niemand stirbt; an manchen Tagen erheben sie sich über die Meeresfläche zu fröhlichen Gelangen, rauschenden Tänzen und Festlichkeiten; doch sieht man sie nicht, denn der Regenbogen in seiner höchsten Farbenpracht umzieht ihren Spielplatz; nur wenn ein Schiff diesen durchschneidet und in den Ring hineinfahrt, kann die Mannschaft desselben sie erblicken, doch immer zu ihrem Unglück, denn nur einmal sieht man sie und im Zorn ziehen sie das Schiff mit Mann und Maus in den Strudel des Meeres hinab.



Die Sprache der Elfen Bearbeiten

Eine der häufigsten Fragen ist, welcher Sprache sich die Feen und Elfen bedienen. Befrage hierzu die Erzählungen, Mythen, Märchen und Legenden stellt man fest, dass es zwischen Mensch und Feen niemals Sprachbarrieren gegeben hat. So konnten sich die Menschen aller Rassen und Länder mit den Feen verständigen. Also haben die Feen und Elfen immer die jeweilige Landessprache gesprochen oder konnten sich zumindest mit den Menschen verständigen. Sie sollen oft sogar, genauso wie sie sich vornehm kleideten, die Sprache der „gehoben Schicht“ gesprochen haben. Es gibt Erzählungen aus Indien, von der Bevölkerung Garhwals, wonach die Elfen nicht die Stammessprache sondern die Amtssprache der Hindis benutzten. Auch in Hunza benutzten sie nicht die Landessprache Burushaski, sonders sprach das offizielle Urdu oder Shina. Berichte, wonach die Elfen in einer unverständlichen Sprache miteinander redeten, bilden eher die Ausnahme.

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