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Dämonologie Bearbeiten

Die Kunst Dämonen Anzurufen und zur Materialisierung zu zwingen, meist in Verbindung mit Blutmagie. Dies wird meist in einem Magischen Kreis praktiziert um den Schutz des Ausübenden zu garantieren. Dämonen können gezwungen werden den Befehlen des Magiers zu gehorchen und seine Wünsche zu erfüllen. Dies ist jedoch mit großen Risiken verbunden da sich der Dämon gegen den Magier wenden kann, wenn dieser unachtsam ist.

Dämonen & Dämonologie Bearbeiten

Es waren die antiken Griechen, die den Begriff Dämon (griech. daimon) überhaupt erst prägten. Bemerkenswert war jedoch das Verständnis der Griechen von diesen Wesen. Sie unterschieden nämlich zunächst nicht zwischen den Worten daimon und theos („Gott“), und die Begriffe wurden über lange Zeit hinweg völlig synonym gebraucht. Es gab zwar die Unterscheidung zwischen guten und schlechten daimones, die nach ihren Wirkungen unterschieden wurden. Aber erst unter dem Einfluß des Christentums wurde die Unterscheidung zwischen Dämonen als den Repräsentanten des Bösen und den Engeln auf der anderen Seite getroffen (die auf den griechischen aggeloi – „(Götter)boten“ – beruhten).

Bei den Griechen fallen auch die schon in früheren Mythologien bedeutsamen Totengeister begrifflich mit den Dämonen zusammen. Sie wurden als nekyodaimones oder nekrodaimones bezeichnet. Hier liegt auch die Schwierigkeit begründet, die Dämonologie von der Nekromantie (der Weissagung aus oder durch Tote) abzugrenzen. Diese Schwierigkeit liegt z.T. auch in einer ähnlichen Begriffswahl; so wird die Dämonologie auch als Nigromantia bezeichnet. Gerade bei den Griechen ergibt sich also das Problem, daß Dämonen im engeren Sinne (nämlich als dunkle Gegenhierarchie zu den Mächten des Lichts) schwer von Göttern, Geistern eines Ortes oder Totengeistern abzugrenzen sind. Jene Durchmischung setzt sich bis in die Zauberbücher der Renaissance fort, wo viele der Dämonennamen noch als verstümmelte Varianten alter Gottesnamen zu identifizieren sind.

Historische Persönlichkeiten, denen man nachsagt, daß sie praktizierende Dämonologen gewesen seien, sind dünn gesät und erweisen sich bei näherer Betrachtung entweder als mythologische oder zumindest nicht mehr nachvollziehbare Gestalten (wie z.B. „Abraham von Worms“, der angebliche Verfasser der „Heiligen Magie des Abramelin“, oder der große König Salomo) oder als jemand mit vielleicht einem gelehrten Interesse am Thema, der aber keinen nachweisbaren praktischen Bezug dazu hat. Beispiele für letztere Kategorie sind Cornelius Agrippa von Nettesheim (anscheinend, ebenso wie John Dee, eine der Vorlagen für die Figur des Faust), und Johannes Wierus (Weyer). Nach „Magie und Sternenzauber“ war Agrippa kein praktizierender Dämonenbeschwörer – das vierte Buch seiner „De Occulta Philosophia“, welches sich mit dem Thema Geisterbeschwörung befaßt, wurde ihm später untergeschoben, wie es ja damals gang und gäbe war.

Die Dämonologie ist anscheinend entweder vom guten Willen sogenannter „höherer Wesen“ (also: nicht der Kontrolle des Beschwörers unterworfen) oder vom Raub und Tausch mit den „niederen Wesen“ abhängig („Biete Opfer gegen Geld“). Die Herstellung von Abhängigkeitsverhältnissen kann aber wohl nicht im Interesse eines Zauberers sein – es erscheint widersprüchlich, wenn man als Zauberer davon abhängig ist, ob der Dämon heute einen guten Tag hat, oder ob man mit ihm einen guten Deal machen kann. Vielleicht will sich ja sonst der Dämon (im Falle eines sogenannten „höheren Wesens“) morgen auch mal einen Euro von mir leihen (eine Hand wäscht die andere – aber dafür müssen sich ja erst mal beide dreckig machen ...), oder er will, daß man ihm auf ewig zu Dankbarkeit verpflichtet ist. Und was ein Dämon (im Falle eines „niederen Wesens“) mit auch nur einem Tropfen meines Blutes anstellen kann, weiß man nicht. Vor den schrecklichen Folgen eines solchen Handels wird jedenfalls immer gewarnt – hier findet sich die begründete Furcht vor der Unberechenbarkeit des Dämons wieder.

Auch der Gedanke, man könne – als diversen Nöten ausgelieferter Mensch – die Dämonen beherrschen (also gerade jene, die diesen Nöten nicht unterliegen), ist m.E. fehlerhaft. Wenn z.B. dem Dämon wirksam mit der Verbrennung eines Papiers, auf dem sein Name steht, gedroht werden kann, stellt sich für mich die Frage: Was will man mit irgendwelchen verhausschweinten Dienstboten, die anfangen zu zittern, wenn man sie mit der Verbrennung ihrer Visitenkarte bedroht? Dies wird in den alten Grimoarien als die mächtigste Form der Einschüchterung begriffen (noch schlimmer als das Rufen seines Chefs!) , denn dadurch soll der Dämon in die Hölle und in ewige Qualen gestürzt werden (wo er doch schon ist). Falls Du das versuchen solltest - vergiß es, es funktioniert nicht!

Choronzon’s Antwort auf die diversen Drohungen und Flüche, die Victor Neuburg 1909 in Algerien bei Crowley’s Evokation dieses Dämons ausstieß, um den Dämon zur Ordnung zu rufen, zeigt, daß schon die diesen ganzen Drohgebärden zugrunde liegende Logik unwirksam sein muß – „Glaubst du, du Narr, es gebe einen Zorn und einen Schmerz, der ich nicht bin, oder eine Hölle, die nicht mein Geist ist?“ Dämonen, die sich so rufen lassen, haben offensichtlich etwas falsch gemacht. Denn sie sind verfugt und damit auch verfügbar geworden. Wenn das Anliegen des Dämonenbeschwörers aber gerade die Befreiung von Zwängen ist, dann kann man logischerweise von solchen „Dämonen“ nichts lernen – außer, wie man’s falsch macht.

Auch die Bannung von Dämonen und die damit verbundene sogenannte „Erdung“ des Magiers erscheint fragwürdig. Denn wenn im Ritual ein „magischer Raum“ geöffnet wird, in dem der Magier ja überhaupt erst als solcher wirken kann, dann ist dessen Schließung durch eine Bannung doch nicht anders zu betrachten als der Versuch, wieder ins Bekannte zurückzukehren. Der „magische Akt“ wird beendet, der Magier kehrt in den Alltag zurück. Das würde ja bedeuten, daß der Magier die im Ritual gewonnene Macht wieder aufgibt, um nicht verrückt oder besessen zu werden. Andererseits heißt es von Magiern, sie seien ungeheuer machtbesessen, und in diesem Lichte erscheint der Bruch mit dem Erreichten als ein unüberbrückbarer Gegensatz zum Anliegen des Zauberers, sich ständig darum zu bemühen, mächtig zu werden.

Es gibt keinerlei Unterlagen und Beweise, daß Dämonologie funktioniert, auch nicht in den alten Grimoires, die ganzen Anrufungen sind zu widersprüchlich. Knie Dich mal in die richtigen Bücher und Schriften rein, studiere sie und lerne daraus. Abgesehen davon ob Wirkung oder nicht - auf diesem Gebiet wird Dir kein Fehler verziehen...